Zitat des Monats

»Die große Frage: Denke ich das, was ich in meinen analysierenden Texten denke, wirklich? Das Denken ist, wenn es analysiert, wie Autoscooter: Man setzt sich hinein und der Wagen fährt einen, man lenkt in die eine oder die andere Richtung, stößt mit anderen zusammen, doch mit dem Klingelton erreicht die Fahrt ihr Ende, bei der deine Schuld nur darin besteht, dass du in den Wagen eingestiegen bist.«

Imre Kertész, aus: Der Betrachter. Aufzeichnungen 1991-2001, Reineck bei Hamburg 2016, S. 153

Vorträge

Stephan Stockmar
Vom Paradies zum Garten der Auferstehung
Biblische Gärten als Entwicklungsorte der Seele

  • Do, 30.3., 19 Uhr: Die Christengemeinschaft – Gemeinde Bendorf am Mittelrhein
    Am Schulenburg 11-13, 56170 Bendorf-Mühlhofen
  • Di, 18.4., 20 Uhr: Die Christengemeinschaft – Gemeinde Leipzig
    Schenkendorfstr. 3, 04275 Leipzig
  • Do, 20.4., 20 Uhr: Die Christengemeinschaft – Gemeinde Frankfurt am Main
    Frauenlobstr. 2, 60487 Frankfurt am Main

 

Stephan Stockmar
»Verliere dich, um dich zu finden«
– Johanni im Jahreslauf der Seele
Schicksalslernen am Naturgeschehen

• Mi, 21.6., 15-16.30 Uhr: »der hof« – Freie Bildungsstätte, Alt-Niederursel 51, 60439 Frankfurt am Main

Ausstellungshinweise

Menschwerdungen
Henry Moore in Münster

bis 19. März 2017 im LWL­Museum für Kunst und Kultur
www.lwl.org/LWL/Kultur/museumkunstkultur/

»Die Liegende repräsentiert ja zunächst den schlafenden und somit unbewussten Menschen. Moore scheint es jedoch vor allem um das Moment des Erwachens zu gehen. So ist in seinen plastischen wie zeichnerischen Darstellungen trotz der vorherrschenden Horizontale immer auch die Vertikale als wirksam erlebbar, letztlich sogar als konstituierende Kraft: Es handelt sich immer um sich aus einem Zentrum heraus organisierende organische Gebilde. Offensichtlich geht es ihm gerade um diesen Übergang, das Zusammenspiel von Unbewusstem und Bewusstem.«

Lesen Sie die ganze Besprechung hier: dieDrei 1-2/17 Moore

 

Nach Aarau nun in Hamburg:
Karl Ballmer: Kopf und Herz

bis 18. Juni 2017 im Barlach-Haus Hamburg, http://www.barlach-haus.de

»Ballmers Figurenlandschaften wirken auf mich fremd und vertraut zugleich. Vor einem oft horizontal geschichteten Hintergrund von zurückhaltender Farbigkeit zeichnen sich vertikale Gestalten ab, die sich mehr oder weniger deutlich als menschliche Köpfe oder Figuren zu erkennen geben. Mal umrisshaft, sodass das Außen auch zum Innen wird, mal als eigenständige flächige Gebilde, die aus den Farbschichtungen wie auftauchen; mal einfach nebeneinander, mal in deutlicher Beziehung zueinander.«

Lesen Sie die ganze Besprechung hier: die Drei 10/2016 Ballmer

Das Lächeln des Teufels
René Magritte in der Frankfurter Schirn

bis 5. Juni, www.schirn.de

»Die Kunst des Malens ist eine Kunst des Denkens« – René Magritte

Die Bilder von René Magritte (1898-1967) sind kühl und wirken auf den ersten Blick höchst realistisch. Obwohl sie den Regeln der Perspektive zu folgen scheinen, lassen sie kein Erlebnis von Tiefe aufkommen; das verhindert schon die auf pure Oberflächengestaltung angelegte Malweise. So geht es auch nicht um Innerlichkeit oder Stimmungen, in die ich mich hineinleben kann. Was bleibt, sind Irritation, die nur denkend aufzulösen sind, und allein darin liegt die Transzendenz dieser Bilder: Ich lerne an ihnen etwas über mein Sehen und Vorstellen. Was ich auf dem Bild sehe, bleibt jedoch irritierend, und genau das macht Magrittes Kunst aus. „Ausstellungshinweise“ weiterlesen